ein amüsantes Musicus-Konzert
der Katholischen Korporationen Münchens
am 30. Juni 2011
im Künstlerhaus am Lenbachplatz, München
Wer nicht dabei sein konnte – oder wollte – hat einen köstlichen musikalischen und schauspielerischen Abend versäumt.
Im aufreizend schwarzen Abendkleid mit großem Hut und knallroten Haaren zog die Soubrette Susanne Brantl durch den Festsaal des Künstlerhauses ein. Von der Bühne aus begleitet vom Trio Anton Waas (Klavier), Ludwig Hahn (Violine) und Alex Haas (Kontrabass) machte Sie den anwesenden jüngeren und älteren Herr singend klar: „ Warum soll eine Frau – so sie eine femme fatale ist - kein Verhältnis haben?“
Alma Mahler-Gropius-Werfel, im Programm als „skandalös - grandios – schockierend“ bezeichnet, war mit drei von ihr komponierten Liedern als erste Frauengestalt auch Gegenstand eines Dialogs zwischen der Soubrette und dem Moderator, Cbr. Joachim Krämer (TsM). Köstlich dann die von Susanne Brantl im Chansonstil vorgetragenen eigenen „fatalen Gedanken“ zu Gustav (Mahler), Walter (Gropius) und Franz (Werfel).
Vorzüglich auch die anschließende Darstellung des Operettenstars Fritzi Massari mit Liedern und Einlagen aus der Operette „Madame Pompadour“. Nachdem sich dabei der Kontrabassist Alex Haas erfolgreich gegen die Anmache und die Vorwürfe „Josef, ach Josef, was bist du so keusch?“ wehrte, stürmten überraschend fünf Gardemaß-Aktive die Bühne, um singend ihre Chancen bei der „Madame“ zu suchen und ihr auffällig sichtbar in die Pausengarderobe zu folgen.
Sommerliches Wetter machte anschließend wie im vergangenen Jahr den Pausenaufenthalt im romantisch schönen Innenhof des Künstlerhauses zu einem – viel zu kurzen – Vergnügen.
Zu Beginn des zweiten Teils trugen, von Musik und vom Schmunzeln des Publikums begleitet, die fünf jungen Verehrer ihr „Opfer“ auf einem großen Tablett durch den Saal zur Bühne. Fast im Alleingang verzauberte dann Susanne Brantl mit Amara Blanqui als einer „femme fatale immortelle“ das Publikum. Was zunächst als sehr glaubwürdig begann, stellte sich schlussendlich als Phantasiegestalt heraus, benannt nach einer Likörmarke gleichen Namens! Eine von ihr toll durchdachte Story, durchsetzt mit passenden Songs und einer zweiten „sorpresa“: Puccinis „Oh mio Babbino caro“ köstlich vorgetragen mit einer singenden Säge und verführerischem Augenaufschlag.
Im musikalischen Schlussteil, wiederum begleitet von den singenden und tanzenden „Background-Youngsters“, blieb die Frage des Moderators, ob den alle Frauen „femmes fatales“ seien, unbeantwortet und der Phantasie der Zuschauer und Zuhörer überlassen.
Mit anhaltendem Applaus für das Ensemble sowie für den Moderator und Veranstalter hat sich das Publikum für die phantasiereiche und professionelle Gestaltung dieses wunderschönen Abends bedankt.
Prof. Dr. Hans Pongratz (Ae, KKM)